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Mayhem
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Mayhem ist eine norwegische Band, die den norwegischen und internationalen Black Metal in ihrer Phase bis 1994 erheblich beeinflusste.
Contents
⢠Geschichte
⢠Diskografie
⢠Alben
⢠Kompilationen
⢠Livealben
⢠EPs
⢠Demos
⢠Singles
⢠Samplerbeiträge
⢠Videoalben
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geschichte
1984â1986: Anfänge
Die Band, deren Name auf Venoms Lied Mayhem with Mercy zurĂźckgeht,cite-ref-bio-1-0[1] wurde 1984 von Jørn âNecrobutcherâ Stubberud, Kjetil ââMorbidâ Manheimâ Manheim und Ăystein Aarseth (der zunächst unter dem Pseudonym âDestructorâ firmierte und sich dann in âEuronymousâ umbenannte) in Langhus gegrĂźndet. Im Logo findet sich der Zusatz The True (engl. âdie Wahrenâ), da mehrere Bands mit dem Namen Mayhem existierten.cite-ref-mic-2-0[2]cite-ref-ballade-3-0[3] Anfänglich spielte die Band Venom- und Metallica-Titel nach, bevor sie eigenes Material schrieb.cite-ref-morbidmag1-4-0[4] Zunächst war die Band vor allem von Venom beeinflusst, darĂźber hinaus von Bathory, Hellhammer, Sodom und Destruction.cite-ref-5[5] Necrobutcher gibt als wichtigste EinflĂźsse MotĂśrhead und Venom an.cite-ref-6[6] Mit dem Sänger Eirik âMessiahâ Nordheim gaben sie 1985 ihren ersten Live-Auftritt vor 400 Personen. 1986 nahmen sie das Demo Pure Fucking Armageddon auf, bei dem Euronymous und Necrobutcher sich den Gesang teilten.cite-ref-officialpfa-7-0[7] Ihre frĂźhen Texte waren ausgesprochen gewaltverherrlichend, ähnlich den Splattertexten des Death Metal. Wie viele andere frĂźhere Black-Metal-VerĂśffentlichungen waren auch ihre Demos gekennzeichnet von extrem schlechter Aufnahmequalität: Der Gesang auf Pure Fucking Armageddon war kaum zu hĂśren, weshalb das englische Magazin Metal Forces davon ausging, es sei keiner aufgenommen worden.cite-ref-morbidmag1-4-1[4]
1986â1987: Deathcrush und Besetzungswechsel
Messiah konnte sich mit Zielen der Band nicht identifizieren und verlieĂ seine Mitmusiker. Euronymous und Necrobutcher nahmen daraufhin den Sänger Sven Erik âManiacâ Kristiansen, der sich mit einem Demo seiner Ein-Mann-Band Septic Cunts beworben hatte, 1985 in die Band auf und produzierten ein weiteres Demo sowie eine EP namens Deathcrush, die 1987 mit einer Auflage von 1000 Kopien verĂśffentlicht und 1993 fĂźr Euronymousâ Plattenlabel Deathlike Silence Productions erneut aufgelegt wurde. Maniac verĂśffentlichte auf seinem eigenen Label ein halboffiziellescite-ref-8[8] Split-Demo mit Vomit. Die Band behielt ihren Stil bei, doch Euronymousâ Faszination fĂźr das BĂśse nahm immer deutlichere ZĂźge an. Im Sommer 1988 verlieĂen sowohl Manheim als auch Maniac die Band; Ersterer widmete sich stärker seiner Lebenspartnerin und seiner Arbeit bei einer Versicherungsfirma und wurde laut Euronymous eine âvĂśllig normale Personâ.cite-ref-roe-9-0[9] Als Ersatz stiegen Torben Grue und Kittil Kittilsen von Vomit ein, stiegen aber nach kurzer Zeit wieder aus.cite-ref-bio-1-1[1]
1988â1990: Dead
Kurze Zeit später wurden ihre Positionen von dem Schweden Per Yngve âDeadâ Ohlin besetzt, der zuvor bei der schwedischen Band Morbid gesungen hatte, und Jan Axel âHellhammerâ Blomberg, dem Schlagzeuger von Mortem (später Arcturus), der sechs Monate später bei Mayhem einstieg. Wie sein Pseudonym andeutet, faszinierten Dead Themen wie Tod, Sterben und Dunkelheit. Er wurde sehr schnell fĂźr sein anormales Verhalten bekannt. Selbst Euronymous bezeichnete ihn als instabile und mĂśglicherweise schizophrene PersĂśnlichkeit. Er vergrub KleidungsstĂźcke fĂźr Monate, um bei Auftritten verfallene Lumpen tragen zu kĂśnnen. Dead nannte ebenso einen toten, verwesenden Raben in einem Plastikbeutel sein Eigen, denn er wollte vor jedem Lied âden Duft des Todes einatmenâ.cite-ref-spin-10-0[10] Privat praktizierte er âHungerritualeâ, und auf BĂźhnenshows schnitt er seine Arme auf. Mit den neuen Mitgliedern und insbesondere durch Deads Faszination fĂźr den Tod änderte sich die Atmosphäre der Musik maĂgeblich. Die Texte der Band handelten nun weniger von Gore und Splatter als vielmehr von Satanismus, Dunkelheit, Depression und allgemein dem BĂśsen. Varg Vikernes äuĂerte sich später diesbezĂźglich:
âuntil 'Hellhammer' and 'Dead' joined the band in 1989 [sic!], MAYHEM was a shitty, "fun", Hobby-band. If you read the lyrics on their 'Deathcrush' album you'll know what I mean.â
âBis Hellhammer und Dead sich der Band 1989 [sic!] anschlossen, war Mayhem eine beschissene âSpaĂâ-Hobby-Band. Wenn man die Texte ihres Deathcrush-Albums liest, wird man verstehen, was ich meine.â
â
Varg Vikernes
:
Interview im griechischen
Metal Hammer
, Herbst 1997
In dieser Aufstellung sollte die Band die Spitze ihres Ruhmes erlangen. Nach einigen Auftritten in Norwegen und zusammen mit Eminenz und Manos in Deutschland, wo am 26. November 1990 Live in Leipzig aufgenommen wurde, begannen Mayhem mit der Arbeit an ihrem ersten Studioalbum De Mysteriis Dom Sathanas.
1991â1993: Deads Suizid
Im Alter von 22 Jahren schnitt sich Dead am 8. April 1991 die Pulsadern längs auf und schoss sich anschlieĂend mit einer Schrotflinte in den Kopf. Deads Leiche wurde von Euronymous in einem Hinterraum des Bandhauses mit den Abschiedsworten âEntschuldigt all das Blutâ, und einem T-Shirt, auf dem âI ⼠Transylvaniaâ aufgedruckt war, gefunden. Mit einer Polaroidkamera fotografierte Euronymous die Szenerie, um Bildmaterial fĂźr spätere Mayhem-VerĂśffentlichungen zu erhalten. Eines der Fotos erschien 1995 auf dem Cover des bekannten Bootlegs The Dawn of the Black Hearts. AuĂerdem sammelte er Knochensplitter des Schädels und lieĂ Amulette fĂźr verschiedene Leute daraus fertigen.cite-ref-12[12] Er soll auch Teile von Deads Gehirn verspeist habencite-ref-13[13]cite-ref-14[14] dies wird jedoch in der Allgemeinheit als GerĂźcht angesehen.cite-ref-15[15] Euronymousâ Umgang mit Deads Suizid stieĂ auch intern auf Kritik.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17] Der mit der Band befreundete Fanzine-Autor Metalion kommentierte den Suizid des Sängers mit: âDas ist so, wenn man den Tod verehrt â warum sollte man trauern, wenn Menschen sterben?â.cite-ref-18[18] Aus diesem Grund entschied sich Necrobutcher, die Band zu verlassen; ungefähr zu dieser Zeit wurde er auĂerdem Vater.cite-ref-19[19] Euronymous meinte später dazu, er sei eine âvĂśllig normale Personâ geworden, die sich ihrer eigenen Familie widme und mit Death und Black Metal nichts mehr zu tun habe.cite-ref-20[20] Neuer Sänger wurde Stian âOccultusâ Johannsen von Abhorrent/Thyabhorrent, der jedoch nur kurz in der Band blieb.cite-ref-bio-1-2[1]
Als Tribut fĂźr Dead wurde 1993 Live in Leipzig verĂśffentlicht. Im selben Jahr noch begannen die offiziellen Aufnahmen zu De Mysteriis Dom Sathanas. Attila Csihar von der ungarischen Band Tormentor steuerte den Gesang bei und Varg âCount Grishnackhâ Vikernes von Burzum spielte den Bass.
1993â1994: Euronymousâ Tod & De Mysteriis Dom Sathanas
Am frßhen Morgen des 10. August 1993 wurde Euronymous von Vikernes ermordet. Als Motive werden eine anhaltende Streiterei um eine Geldsumme, Neid auf Aarseths bÜsen Ruf und ein Mädchen genannt. Vikernes bestreitet diese Darstellung und behauptet, stattdessen habe Euronymous Pläne gehegt, ihn zu sich zu locken, bewusstlos zu schlagen, aufs Land zu fahren und Vikernes dort an einen Baum zu binden und zu Tode zu foltern. Das Ganze habe er zur Unterhaltung auf Video aufnehmen wollen.cite-ref-21[21]
In der Nacht war Varg Vikernes von Bergen aus mit Snorre âBlackthornâ Ruch von der Black-Metal-Band Thorns nach Oslo gefahren, um Euronymous umzubringen. Vikernes sagt dazu, er habe nur vorgehabt, ihm zu sagen, er solle sich aus seinem Leben fernhalten â Euronymous habe ihn jedoch Ăźberraschend angegriffen, und Vikernes habe nur schneller ein Messer in der Hand gehabt.
Laut der Autopsie erlitt das Opfer zwei Stiche in den Kopf, fßnf in den Hals und 16 in den Rßcken. Varg Vikernes wurde einige Zeit später gefasst und Anfang 1994 wegen Mordes zu 21 Jahren Haft verurteilt, 2009 wurde er auf Bewährung entlassen; Ruch wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.
1994 erschien De Mysteriis Dom Sathanas mit einer Widmung an Euronymous. Das Erscheinen war von AngehÜrigen des ermordeten Gitarristen verzÜgert worden, da es die Bassspuren des MÜrders Vikernes enthielt. Auf der endgßltigen VerÜffentlichung waren sie dennoch zu finden, entgegen den Gerßchten, sie seien später von Hellhammer erneut eingespielt worden.
1995âheute: Grand Declaration of War , Chimera , Ordo ad chao und Esoteric Warfare
1995 reanimierte Hellhammer die Band zusammen mit Necrobutcher, Maniac und dem neuen Gitarristen Rune âBlasphemerâ Eriksen. In dieser Besetzung nahm die Band zunächst eine exklusive Version von Pagan Fears fĂźr die Kompilation Nordic Metal â A Tribute to Euronymous von Necropolis Records auf, im Jahr darauf das Celtic-Frost-Cover Visual Aggression fĂźr das Tributealbum In Memory of Celtic Frost. AuĂerdem verĂśffentlichte sie alte Aufnahmen mit Dead auf den Singles und EPs Out from the Dark und Freezing Moon.
Ihre erste eigene VerĂśffentlichung mit neuen Aufnahmen war 1997 eine EP namens Wolfâs Lair Abyss auf Misanthropy Records, wo auch einige Alben von Burzum, dem Projekt von Euronymousâ MĂśrder Vikernes, erschienen waren. Der EP folgten einige Live-Auftritte; das erste Konzert nach der Wiedervereinigung fand in Bischofswerda zusammen mit Eminenz und Marduk stattcite-ref-22[22] und wurde 1998 als Videokassette Live in Bischofswerda verĂśffentlicht; Necrobutcher zufolge war jedoch â[d]ie Soundqualität [âŚ] beschissen und wir waren nicht besonders gut draufâ,cite-ref-23[23] und auch Robert MĂźller vom Metal Hammer bezeichnete den Klang als âeine einzige Enttäuschung und [âŚ] auf dieser Aufnahme sogar noch schlechter [âŚ] als damals vor Ortâ.cite-ref-24[24] MĂźller hatte auch den mit â50 Mark fĂźr drei Bands [âŚ] nie und nimmer gerechtfertigt[en]â Eintrittspreis des Konzerts beklagt und begrĂźĂt, âdaĂ die Hälfte der vom Veranstalter erwarteten Fans stolz genug war, sich nicht abzocken zu lassen. Die haben allerdings ein wirklich gutes Konzert verpaĂt. [âŚ] Eine einladende Dekoration aus blutigen Rinderschädeln bildete den Rahmen fĂźr die mit Spannung erwartete Mayhem-Performance. [âŚ] Maniac und Hellhammer erwiesen sich ihrer noms de guerre absolut wĂźrdig. Hellhammer trieb mit seinem extrem tighten und superschnellen Schlagzeugspiel die ersten Reihen in die Raserei. Maniac gebärdete sich dazu wie eine weniger feminine Version von Mr. Manson, simulierte Sexualverkehr mit den toten TierkĂśpfen und brachte sich beim letzten Song mit einem Messer tiefe Schnitte an Hals, KĂśrper und Armen bei.âcite-ref-25[25] Ein weiterer Auftritt fand in Mailand zusammen mit Csihar statt und wurde fĂźr das Live-Album Mediolanum capta est, das 1999 erschien, aufgenommen. Auf der England-Tournee spielte Alexander Nordgaren von Fleurety als Live-Gitarrist mit; er half auch im Proberaum aus, verlieĂ die Band aber, als er nach England zog.cite-ref-bio-1-3[1]
Diese zweite Phase der Band wird in der Szene zwiespältig betrachtet.cite-ref-26[26] Einige begrĂźĂen diese âReunionâ und sind froh, dass die Aufmerksamkeit nun mehr auf ihrer Musik liegt. Andere sehen in dieser neuen Band ein reines Kommerzproduktcite-ref-algaion-27-0[27]cite-ref-28[28]cite-ref-funeralwinds-29-0[29]; ihrer Meinung nach hätte die Band ohne Euronymous nicht fortgefĂźhrt werden sollencite-ref-algaion-27-1[27]cite-ref-30[30]; dieser hatte selbst behauptet, Mayhem wĂźrde niemals kommerziell werden,cite-ref-31[31] und er wĂźrde die Band auflĂśsen, sobald ihre Musik in den Mainstream einflieĂen wĂźrde.cite-ref-roe-9-1[9] Zudem fiel der satanistische Hintergrund weg,cite-ref-32[32] Blomberg wies darauf hin, dass kein Mitglied der neuen Besetzung Satanist seicite-ref-33[33]; deshalb wird der Band vorgeworfen, sich vom Black Metal abgewandt zu haben.cite-ref-funeralwinds-29-1[29] DarĂźber hinaus half Hellhammer als Gastschlagzeuger bei der âUnblack-Metalâ-Band Antestor aus, die aufgrund ihrer Ausrichtung im Widerspruch zu mehreren anderen Bands steht, in denen er Mitglied ist. Euronymous hatte elf Jahre zuvor angekĂźndigt, die Black-Metal-Szene werde gegen die damals noch Crush Evil genannte Band vorgehen:
âBUT - when it comes to bands like Crush Evil, we must take serious action. Itâs bad enough to have a couple of society bands, but a CHRISTIAN band is too much. But don't worry, we have plans. They will not continue for a very long time.â
âABER â wenn es um Bands wie Crush Evil geht, mĂźssen wir ernsthafte MaĂnahmen ergreifen. Es ist schlimm genug, einige Gesellschaftsbands [gemeint sind Bands mit sozialem Bezug] zu haben, aber eine CHRISTLICHE Band ist zu viel. Aber keine Sorge, wir haben Pläne. Sie werden nicht mehr lange weitermachen.â
â
Ăystein âEuronymousâ Aarseth
Wenngleich es auch nicht mehr zu gewaltsamen Aktionen wie einst kam, so werfen einige Aussagen wieder ein zwiespältiges Licht auf die Band. So lieĂ Hellhammer gegenĂźber dem Ablaze die Forderung verlautbaren, âdaĂ Norwegen wieder ein ausländerfreies Land wirdâ. Er mĂśge keine Ausländer, und die âVermischung verschiedener Rassenâ erzeuge âlediglich Problemeâ.cite-ref-35[35] Auch griff die Gruppe auf nationalsozialistische Symbolik zurĂźck, etwa durch das Aufhängen von Hakenkreuzflaggen im Proberaum,cite-ref-spin-10-1[10]cite-ref-36[36] die Verwendung von Hakenkreuz-Armbindencite-ref-37[37] oder des Symbols der Partei Nasjonal Samling als T-Shirt-Motiv wie auch auf der Single Ancient Skin/Necrolust.cite-ref-38[38]cite-ref-39[39] Auch heute noch zeigt man keinerlei Trauer um verstorbene Bandmitglieder; so lieĂ Hellhammer im Skogen verlauten, dass Euronymousâ Tod weder fĂźr ihn persĂśnlich noch die Band ein groĂer Verlust gewesen sei und er Vikernes immer gemocht und respektiert habe,cite-ref-40[40] und in einem anderen Interview, dass er den Tod von Euronymous und Dead begrĂźĂen wĂźrde, da sie die Band in ihrer Entwicklung behindert hätten.
Das zweite Album Grand Declaration of War erschien 2000 als letzte VerÜffentlichung des Labels Misanthropy Records.cite-ref-41[41] Das erste Riff auf diesem Album gleicht dem letzten auf der EP, mit der zusammen es ein Konzeptalbum bildet, welches von einer Kriegserklärung an das Christentum handelt und Szenarien seiner Vernichtung schildert. Die einen verehren es als einen Versuch, den Black Metal neu zu definieren, die anderen lehnen es aufgrund der avantgardistischen Elektronik-Elemente ab.
2001 wurde die Band durch ein Tributalbum mit dem Titel Originators of the Northern Darkness â A Tribute to Mayhem geehrt, auf dem Bands wie Immortal, Vader, Gorgoroth, Absu und Emperor StĂźcke der Band nachspielten. AuĂerdem verĂśffentlichte die Band die DVD European Legions: Live in Marseille 2000 und die Zusammenstellungen European Legions und U.S. Legions; beide enthalten Live-Aufnahmen (die Titellisten sind beinahe identisch) und StĂźcke aus der Vorproduktion zu Grand Declaration of War, âdie in der Werbung vollmundig als âunpolierte und rohe Versionen, die euch eine Ahnung geben, wie GRAND DECLARATION OF WAR hätte klingen sollenâ angepriesen werdenâ. Robert MĂźller merkte sarkastisch an: âWurde ja echt Zeit, dass Mayhem mal wieder ein Live-Album rausbringenâ und bezeichnete die Aussage zu den Vorproduktionen als âeine Unverschämtheit. Offenbar ist bei unseren norwegischen Black Metal-Helden die Kohle so klamm oder die Gier so groĂ, dass sie im Zuge einer VerĂśffentlichungsflut, die uns in den letzten Monaten nur Schrott gebracht hat, jetzt noch ihren letzten annähernden Geniestreich kaputt reden mĂźssen. Muss ich erwähnen, dass sich die epochale Vorabproduktion so furztrocken anhĂśrt, dass ich froh bin, dass damals beim Album noch ein Produzent seine Hände im Spiel hatte? AmĂźsant ist hĂśchstens, dass Maniac auf den nicht gekreischten Teilen von âTo Daimonionâ wie Jello Biafra klingt. Und die Live-Songs? Ich sagâ nur: LIVE IN LEIPZIG, da weiĂ man wenigstens, warum der Sound scheiĂe ist...âcite-ref-42[42] Mayhems Legendenstatus werde âmittlerweile nur noch durch ihre GeschäftstĂźchtigkeit Ăźbertroffenâ.cite-ref-43[43]
Drei Jahre später wurde das dritte Album Chimera verÜffentlicht. Mayhem kehrten zu einem roheren und brutaleren Stil zurßck, obgleich das Album einen hohen Produktionsstandard aufweist und die progressiven Songwriting-Tendenzen von Blasphemer zum Ausdruck kommen.
Im April 2007 erschien das Album Ordo Ad Chao. Der Titel ist eine Umkehrung vom Lateinischen Ordo ab chao und bedeutet in etwa âaus Ordnung wird Chaosâ. Das Album ist absichtlich klanglich dumpf und mit sehr starken Nachhall-Effekten abgemischt und hält sich wenig an bisherige Lied- oder Riffstrukturen.
2008 verlieĂ Blasphemer die Band,cite-ref-myspace-44-0[44] um sich auf sein Projekt Ava Inferi zu konzentrieren; Live-Gitarrist wurde Morfeus von Ancient und Limbonic Art. Ende 2008 erschienen auĂerdem Life Eternal (ein roher und ursprĂźnglicherer Mix einiger Titel des DebĂźts De Mysteriis Dom Sathanas) und die Dokumentation Pure Fucking Mayhem.cite-ref-45[45]
2009 kam Silmaeth von Vorkreist als zweiter Live-Gitarrist dazu. Im November wurden Mitglieder der Band in Tilburg, Holland, verhaftet, weil sie dort ein Hotelzimmer zerstĂśrt hatten.cite-ref-46[46]
2010 trat die Band auf dem Inferno Metal Festival auf, wobei der ehemalige Sänger Messiah den Gesang Ăźbernahm, als der als blutĂźberstrĂśmter âLepra-Papstâcite-ref-metalhammer-47-0[47] verkleidete Attila Csihar von mit Kapuzen verhĂźllten Männern auf der BĂźhne gekreuzigt wurde.cite-ref-metalhammer-47-1[47]
Am 6. Juni 2014 erschien in Europa das Album Esoteric Warfare, das von der Fangemeinde ob ihrer progressiven Elemente, die an Deathspell Omega teils erinnern, umstritten aufgenommen worden ist. Die erste Single davon, Psywar, erschien am 25. April 2014. 2019 erschien das Album Daemon, das sehr gute Bewertungen erhalten hat.
Im April 2021 erhielt die Band beim Musikpreis Spellemannprisen den Ehrenpreis.cite-ref-48[48]
Am 4. November 2025 verĂśffentlichten sie die Single Weep for Nothing und kĂźndigten damit ihr siebtes Studioalbum Liturgy of Death fĂźr den 2. Februar 2026 an.cite-ref-49[49]
Diskografie
Alben
⢠1994: De Mysteriis Dom Sathanas
⢠2000: Grand Declaration of War
⢠2004: Chimera
⢠2007: Ordo Ad Chao
⢠2014: Esoteric Warfare
⢠2019: Daemon
⢠2021: Atavistic Black Disorder / Kommando
Kompilationen
⢠2001: European Legions (Best-of)
⢠2001: U.S. Legions (Best-of)
⢠2002: Jihad/Freezing Moon (Split mit The Meads of Asphodel)
⢠2002: The Studio Experience (Box)
⢠2015: A Season in Blasphemy (Kompilation der drei Alben 2000â2007)
⢠2016: The Analog Collection (MC-Box der Alben seit 2000)
⢠2016: Sathanas/Luciferi (Split mit Watain)
Livealben
⢠1993: Live in Leipzig
⢠1995: The Dawn of the Black Hearts
⢠1999: Mediolanum capta est
⢠2001: Live in Marseille 2000
⢠2003: Legions of War
⢠2016: Live in Zeitz
⢠2016: De Mysteriis Dom Sathanas Alive
⢠2023: Daemonic Ritescite-ref-51[51]
EPs
⢠1987: Deathcrush (Selbstverlag, WiederverÜffentlichung 1993)
⢠1996: Out From the Dark
⢠1997: Wolfâs Lair Abyss
⢠2008: Life Eternal
Demos
Singles
⢠1996: Freezing Moon
⢠1997: Ancient Skin/Necrolust
⢠2014: Psywar
⢠2019: Worthless Abominations Destroyed
Samplerbeiträge
⢠1991: Carnage (und bei der CD-Version The Freezing Moon) auf Projections of a Stained Mind
⢠1995: Pagan Fears auf Nordic Metal â A Tribute to Euronymous
⢠1996: Visual Aggression auf In Memory of Celtic Frost
⢠1998: De Mysteriis Dom Sathanas (Proberaum-Aufnahme) auf A Tribute to Hell â Satanic Rites
⢠2003: Cursed in Eternity und Freezing Moon (alternative Mixe) auf The Beast of Attila
⢠2004: Anno Vempyr auf Apocalypse
Videoalben
⢠1998: Live in Bischofswerda
⢠2001: European Legions: Live in Marseille 2000
⢠2008: Pure Fucking Mayhem (Dokumentation)
Weblinks
Commons
: Mayhem
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Offizielle Website (englisch)
⢠Mayhem bei Discogs
Einzelnachweise
cite-note-bio-11. â The Dark Past. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 4. Juni 2007; abgerufen am 18. März 2010 (englisch).
cite-note-mic-22. â Knut Steen: Maniac: 13 years with Norwayâs most notorious band (Part 1). 5. Juni 2005, abgerufen am 8. Januar 2010 (englisch).
cite-note-ballade-33. â Knut Steen: Maniac: 13 ĂĽr med Norges mest beryktede band. 21. Januar 2005, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 17. September 2007; abgerufen am 8. Januar 2010 (norwegisch).
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